Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

WNA September 2016 - IHK-Report

www.wirtschaft-neckar-alb.de 28 | IHK-Report IHK-Sommerempfang in Rottenburg Nicht auf die lauteste Stimme hören In einer Grundsatzrede zum Verhält- nis von Politik und Wirtschaft plä- dierte Erbe vor über 200 Gästen in der Zehntscheuer in Rottenburg für mehr Mut zur Lücke, wenn es um staatliche Regulierungen geht. Es sei nicht mög- lich, jeden Einzelfall vorher bis ins De- tail zu klären. „Das ist auch nicht er- strebenswert, weil zu viele gesetzliche Regelungen jede Kreativität und Pro- duktivität im Keim ersticken.“ Der- zeit gibt es in Deutschland rund 2.000 Gesetze und 3.500 Verordnungen mit insgesamt mehr als 110.000 Einzelvor- schriften. Es müsse die Frage gestellt werden, wo die Grenze staatlichen Handelns erreicht werde. „Mein zar- ter Hinweis an die Politik: Manchmal kann es auch ausreichend sein, einfach nichts zu tun.“ Gleichwohl sei staatliches Handeln wichtig, etwa wenn es gelte, auf in- ternationaler Ebene für gleiche Spiel- regeln zu sorgen. Als Beispiel nannte Erbe das Thema Steuern. „Der Steuer- hinterziehung und Steuervermeidung kann nur effektiv begegnet werden, wenn alle Staaten gemeinsame Re- gelungen finden. Ich weiß, dass das ein langwieriger Prozess ist.“ Die po- litischen Entscheider bat der IHK- Präsident, sich der allgegenwärtigen „Aufmerksamkeits-Ökonomie“ zu entziehen. „Hören Sie nicht immer auf die lauteste Stimme, sondern auf die, die sich unabhängig von Einzelinteres- sen äußert.“ Das Verhältnis von Politik und Wirtschaft verglich Erbe mit einer guten Ehe. Es gelte, gemeinsam daran zu arbeiten, dass das Erreichte bleibe, auch wenn absehbar die Konjunktur einmal wieder schwächeln sollte. Großer Riss durch Europa Erbe ging auch auf die aktuelle Lage nach dem Brexit ein. „Der Austritt Großbritanniens ist der erste wirklich große Riss, der sich durch die europä- ische Staatengemeinschaft zieht“, sagte der Präsident. Er hoffe, dass das euro- IHK-Präsident Christian O. Erbe rief beim Sommerempfang die Unternehmerinnen und Unternehmer auf, sich stärker in die Politik vor Ort einzumischen. „Es wird noch zu selten auf die gehört, die den Wohl- stands-Kuchen produzieren. Stattdessen auf jene, die den Kuchen unter sich verteilen wollen.“

Übersicht