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WNA September 2016

www.wirtschaft-neckar-alb.de 24 | Titelthema Von der Assistenz zur Unternehmerin Die Aufsteigerin „Ich bin ihr Ruhestand und Sie meine Karriere.“ Mit diesen Worten nahm Christine Kermer das Angebot von Firmengründer Werner Walentschka an, seine Firma zu leiten. Walentschka will sich altershalber in den nächsten zwei Jahren schrittweise zurückzie- hen und nur noch beratend tätig sein. Christine Kermer gewöhnt sich der- weil an ihre neue Rolle – von der lang- jährigen Mitarbeiterin zur Chefin. Als Christine Kermer nach der 10. Klasse das Gymnasium verließ, zeich- nete es sich nicht ab, wohin der Weg gehen soll. Sie besuchte ein Berufskol- leg, rasselte aufgrund großer Aufre- gung durch die Stenografie-Prüfung und begann eine kaufmännische Aus- bildung bei einer Autovermietung mit Tankstelle. „Als ich damals die Süßigkeitenregale eingeräumt habe, war natürlich noch nicht klar, dass ich Unternehmerin werde“, meint Kermer. Sicher war nur das Ziel, das sie vor Augen hatte: Einen Job, der erfüllend und abwechslungsreich ist. „Mein Vater arbeitete am Band, meine Mutter war Akkordnäherin. Ich wusste, dass ich einen Beruf brauche, der mehr Vielsei- tigkeit bietet. Und irgendwann einen Arbeitsplatz, bei dem mir kein Chef mehr sagt, was und wie ich etwas zu tun habe.“ Rückhalt und Anspruch Der Liebe wegen zog Christine Kermer von Hechingen nach Dettingen/Erms und wechselte in das Sekretariat von VKT. Nach einer Babypause kam sie zurück ins Unternehmen, unterstützte den Vertrieb, entwickelte sich schnell zur Allzweckwaffe und begann, sich weiterzubilden – zur Management-As- sistentin, Ausbilderin und schließlich zur Betriebswirtin. „Herr Walentschka hat mir die Wei- terbildungen fi- nanziert, ich habe die Zeit investiert“, erzählt Kermer. Die mehrfache Belastung aus Job, Kind, Haushalt und Weiterbildung brachte Kermer an ihre Grenzen. Nur mit familiärem Rückhalt und einem hohen Anspruch an sich selbst meisterte sie die Heraus- forderung. „Ich bin wie ein Hai. Wenn ich einmal Blut geleckt habe, beiße ich mich fest“, sagt die Unternehmerin la- chend, „ich habe einen langen Atem.“ Jungen Leuten rät Christine Kermer, das Thema eher anzugehen und sich Traumkarriere: Christine Kermer stieg als Bürokauffrau bei der VKT GmbH in Pfullingen ein. Heute führt sie die Geschäfte des Unterneh- mens. Ohne Weiterbildung, meint die Firmenchefin, wäre das nicht möglich gewesen. „Manchmal bekommt man nicht das, was man wollte, sondern einfach etwas Besseres.“ Christine Kermer über ihre berufliche Laufbahn

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