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WNA September 2016

www.wirtschaft-neckar-alb.de 22 | Titelthema Nicht immer verlaufen Karrieren auf dem kürzesten Wege, wovon Marco Spanagel eine wirklich gute Geschichte erzählen kann. Den heute 28-jährigen Betzinger brach- te erst eine Reise ohne Rückfahrkarte auf die Gedanken, dass ein Beruf keine schlechte Voraussetzung für ein gelin- gendes Leben ist. Fidschi und Tonga im Südpazifik und danach noch ein halbes Jahr Australien, wo er sich häuslich einzurichten begann, markieren die weltläufigen Stationen des mit Mittlerer Reife ausgestatteten Industriemecha- tronikers. Gelernt hatte er bei Bosch und nach der Lehre ein Jahr lang Die- seleinspritzpumpen bearbeitet – dabei aber schon Auslandspläne geschmie- det, Geld angespart und sie gegen den Wunsch der Eltern durchgesetzt. Dass er sich in Australien einen Fuß brach, war aus deren Sicht also kein Beinbruch. Ihr Sohn kehrte, wenn auch ohne konkrete Vorstellungen, nach Deutschland zurück. „Ich wuss- te inzwischen zwar, dass ein Beruf Spaß macht, für mich aber immer noch nichts gefunden.“ Spanagel hol- te auf dem zweiten Bildungsweg erst das Fachabitur nach und schaute sich dann nach einer passenden Weiterbil- dungsmöglichkeit um. Die fand er bei der IHK, wo er eben- falls einen Teilzeitkurs als Industrie- techniker belegte und alle Prüfungen bestand. „Ich bin angekommen“, sagt er heute. Und es habe wirklich etwas gebracht. „Gehalt und flexible Arbeits- zeiten stimmen“, vor allem aber die Aufgaben, für die er zuständig ist. Spa- nagel arbeitet jetzt bei Bosch-Sensor- tec und stellt im Testlabor den Maschi- nenpark zu Testzwecken bereit. Auch die Betreuung der Azubi und Werk- studenten wurde ihm übertragen. Nicht aufgeben, sein Ding machen Zweifellos ist er nach seinen Karrie- reerfahrungen ein kompetenter An- Karrieresprung mit IHK-Know-how Wo der Beruf zur Berufung wird Weiter- und Fortbildung ist gewiss eine anstrengende Übung. Dass sie auch lohnend ist, zeigen die Beispiele von Marco Spanagel und Sebastian Pollak. „Ich bin angekommen.“ Marco Spanagel, Industrietech- niker mit IHK-Abschluss sprechpartner für den Nachwuchs. Sein Ding machen, nicht aufgeben und das Ziel, das man sich gesetzt hat, nicht aus den Augen verlieren, ist eine wichtige Botschaft. Die rund 7.000 Euro, die der Kurs kos- tet, „sind kein Problem, wenn man nebenher arbeitet.“ Mit Meister-Bafög und Studienkredit hat sich Spanagel die Position in zweieinhalb Jahren erobert, die ihn heute voll und ganz ausfüllt.

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