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WNA September 2016

www.wirtschaft-neckar-alb.de 12 | Aktuelles Preis Wie verändern Flüchtlinge den Ort Meßstetten? Die Tübinger SWR-Repor- terinnen Sandra Müller und Katharina Thoms sind über eineinhalb Jahre die- ser Frage nachgegangen. Für ihre Hör- funk-Reportage „Meßstetten - Tausen- de Asylsuchende als Nachbarn“ haben sie den Journalistenpreis des Diakoni- schen Werks erhalten. Die mehrteilige Multimediareportage kann auf www. swr4.de/tuebingen angeklickt werden. zwei Preise Der erstmals von der Landesanstalt für Kommunikation (LfK) verliehene di- gitale Journalismuspreis DIG-JO ging an zwei Produktionen der Universität Tübingen. Gewinner sind der Beitrag „Angst“ von drei Autorinnen des Zen- trums für Medienwissenschaft und der Beitrag „Bühne frei für Kurt Wal- lander – Ein Krimi-Kommissar wird zum Opernhelden“, eine Produktion von 40 Studierenden des Instituts für Medienwissenschaft. Der Preis ist mit insgesamt 1.000 Euro dotiert. www.lfk. de/digitaljournalismuspreis. Drei Preise Teams der Universität Tübingen, der Universitätsklinik und der ESB Reutlingen haben beim diesjährigen Science2Start-Wettbewerb von Biore- gio Stern gewonnen. Den ersten Platz sicherte sich ein intelligentes Pflaster, das neurodegenerative Erkrankun- gen wie Alzheimer erkennen kann. Platz zwei ging an ein Verfahren zur Aminosäure-Herstellung und Rang drei an eine Plattformtechnologie zur Herstellung von Impfstoffen, die unter anderem bei Autoimmunkrankheiten eingesetzt werden können. ranDnotiz Die taxi-branche steht vor einem entscheidenden Jahr. Seit anfang 2016 gilt der mindestlohn und ab november wird das fiskaltaxame- ter Vorschrift. zudem steigt die ab- hängigkeit von Krankenfahrten. Es gibt Kenner der Taxi-Branche, die sagen: Was dort derzeit läuft, ist „Op- timierung im Graubereich“. Lenk- und Ruhezeiten werden legal, aber kreativ interpretiert: Aus acht Stunden Ar- beitszeit am Stück wird – aus der Not geboren – eine flexible Vereinbarung von Schichtzeiten, die sich am tatsäch- lichen Bedarf ausrichten. Das geht, wenn Arbeitszeitkonten vorhanden sind. Natürlich gilt der Mindestlohn für fahrende Mitarbeiter. Das heißt: Bereitschaftszeiten müssen bezahlt werden. Das passiert aber nicht immer. Fahrer sitzen zu Stoßzeiten am Steuer. Danach sind sie daheim, um in der nächsten Hochphase wieder hinterm Lenkrad Platz zu nehmen. Die Zeit da- zwischen wird als Freizeit ausgelegt. Das alles tut die Branche nicht, weil sie per se aus schlechten Menschen be- steht. Der Druck bringt sie dahin. Das Geschäft ist kaum mehr auskömmlich, weil der Bereitschaft der Taxiunterneh- men zum Transport zu wenige Men- schen gegenüberstehen, die gefahren werden wollen. Apps wie Uber tun ihr übriges. Nach Schätzungen machen bei vielen Taxiunternehmen vor allem in den ländlichen Gebieten die Aufträ- ge der Krankenkassen mittlerweile 60 bis 90 Prozent des Umsatzes aus. Für diese Fahrten gilt eigentlich ein Norm- tarif, den das jeweilige Landratsamt für den gesamten Kreis festsetzt. Trotzdem ist etwa auf Antrag der AOK im Kreis Reutlingen ein Sondertarif für Kran- kenfahrten festgesetzt worden, der unter dem normalen Tarif liegt. „Das Schlimme ist: Es gibt immer Kollegen, die machen mit“, sagt ein Taxiunter- nehmer, der seinen Namen hier nicht lesen möchte. legales ausweichen Ab November ist das Fiskaltaxameter Pflicht. Es ermöglicht den Finanzbe- hörden, jede Fahrt, jeden Fahrer und jeden gefahrenen Kilometer nachzu- vollziehen. Für kreative Spielräume ist dann kein Platz mehr. Für IHK- Verkehrsexperte Thorsten Schwäger ist jetzt schon absehbar, wie es – ganz legal – weitergehen wird. „Der Taxiunter- nehmer wird eine Mietwagenkonzes- sion beantragen. Der Mietwagen kennt nur den Wegstreckenzähler und nicht das Taxameter und kann somit zu anderen Kosten operieren.“ Das Taxi gerät weiter unter Druck. Neue Bedin- gungen sind nötig. „So wie es derzeit läuft, geht die Branche zugrunde.“ taxibranche im wandel optimierung im graubereich Foto:ChristianMüller-Fotolia.com

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