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WNA Juni 2016

54 www.wirtschaft-neckar-alb.de | Firmen-Report WNA-Serie WIr uNTErNEHMEN In dieser Serie stellt die Redaktion kleine Firmen aus der Region Ne- ckar-Alb und ihr Tagesgeschäft vor. Reisen für Gruppen, von der Gymnas- tikgruppe über den Kegelclub bis hin zu Betriebsausflügen, aber auch Fahr- ten für die Sprachheilschule in Reut- lingen: Beim Omnibusbetrieb Jochen Stoll nehmen täglich die unterschied- lichsten Menschen in den Bussen Platz und damit die Chauffeurdienste der Familie Stoll in Anspruch. Vier Reise- busse, einen Oldtimer-Bus, zwei Acht- sitzer und zwei Transporter nennen die Stolls ihr Eigen. Damit touren sie durch die Region, durch Deutschland, durch ganz Europa. „Ich war schon über 600 Mal in Paris, kenne Europa sozusagen wie meine Westentasche“, so Geschäftsführer Jochen Stoll. Wer an ein Busunternehmen denkt, hat gleich einen riesigen Fuhrpark, große Hallen und viele Fahrer vor Augen. Weit gefehlt – es geht auch klein, aber fein, wie beim Omnibus- betrieb Jochen Stoll in Balingen. Sprachen, Gefühl, Erscheinung Durch die vielen Reisen ins Ausland haben sich Stolls Sprachkenntnisse stark verbessert. Er spricht fließend Englisch, relativ gut Französisch und Italienisch. Gleichzeitig gehört zum Job jede Menge Feingefühl. Wollen die Fahrgäste Unterhaltung und sind an Informationen über Land und Leute interessiert oder wollen sie auch mal ihre Ruhe? „Der Fahrer muss sich auf seine Reisegruppe einstellen, das und ein gepflegtes Erscheinungsbild erwar- te ich auch von meinen Angestellten.“ Neubau im Industriegebiet Acht Busfahrer arbeiten für die Stolls, sowohl in Teil- als auch in Vollzeit. Die Stolls, das sind Vater Jochen, Mut- ter Sabine und Sohn Marcel. Er ist nach seiner Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik in die Fußstapfen sei- ner Eltern getreten und macht seine Sache gut. „Marcel hat das Fahren im Blut“, sagt Mutter Sabine stolz. Später soll und will er den Betrieb einmal übernehmen. Mit seiner Entschei- dung fiel auch eine weitere. Die Stolls entschlossen sich vor ein paar Jahren, den Betrieb zu vergrößern. Früher war das Büro im Wohnhaus der Stolls, der Fuhrpark umfasste einen Reisebus und 2 LKWs, der Schwerpunkt lag noch auf ihrem Transportunterneh- men, Jochen Stoll arbeitete zusätzlich nebenbei als Busfahrer bei einem an- deren Unternehmen. Heute sind so- wohl Büro als auch Fuhrpark im Neu- bau in Dotternhausen angesiedelt. Das Transportgeschäft haben sich die Stolls erhalten, fünf angestellte Kraftfahrer sind mit Waren auf den Straßen unter- wegs. Der Fokus liegt jetzt aber auf den Menschen. Durchatmen im Winter Im Winter ist es bei den Stolls etwas ruhiger, meist stehen Skiausfahr- ten oder Fahrten für Narrenzünfte auf dem Plan. Von April bis Oktober herrscht dagegen Hochkonjunktur, es gibt kaum freie Tage. Und so bringt das Geschäft auch seine Schattenseiten mit sich. „Man vereinsamt unterwegs, das Familienleben bleibt auf der Stre- cke, der Freundeskreis ist irgendwann weg“, so Jochen Stoll. Deshalb sei es auch so schwierig, gute und freundli- che Fahrer zu finden. Dabei sei der Job keineswegs fad, Langeweile komme niemals auf, selbst wenn der Fahrer schon x-Mal am Reiseziel war. „Ich nehme mir oft was zum Lesen mit und erledige von dort aus Telefonate, die ich nicht führen kann, solange ich am Steuer sitze.“ Omnibusbetrieb Jochen Stoll In ganz Europa zu Hause WIruNTErNEHMEN Sie sitzen den Großteil des Jahres auf Europas Straßen am Steuer: Marcel (l.) und Jochen Stoll. Foto: PR

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