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WNA Juni 2016

25 Titelthema | Wirtschaft Neckar-Alb | Juni 2016 IHK-Gremium Zollernalb Jetzt auf 100 MBit gehen DasIHK-GremiumZollernalbkreisfordert eine bessere Breitbandversorgung. Für das Gremium sind schnelle Leitungen einer der ganz entscheidenden Stand- ortfaktoren, um weiterhin national wie international wettbewerbsfähig zu sein. Dabei fordern die Unternehme- rinnen und Unternehmer, den Ausbau schon jetzt auf mindestens 100 MBit pro Sekunde anzulegen und damit breitbandiger als es die Digitalisie- rungsstrategie der Bundesregierung derzeit mit 50 MBit pro Sekunde vor- sieht. Gleichwohl: Von solchen Werten ist der Kreis derzeit weit entfernt. Das Gremium diskutierte in seiner letz- ten Sitzung über mögliche Lösungen. Karl Wolf, Hauptamtsleiter des Zol- lernalbkreises, informierte, dass der Landkreis ein eigenes Breitband-Back- bonenetz aufbauen will. Die gesamte Länge der Glasfaserleitungen soll 356 km betragen. Rund 215 km davon müs- sen neu verlegt werden. Die Kosten werden rund 18 Millionen Euro betra- gen. Ein neuer Zweckverband von acht Landkreisen ist derzeit dabei, einen Betreiber für das neue Netz zu finden. Die Telekom will im Übrigen bis 2018 in neun weiteren Kreiskommunen ihren Netzausbau vorantreiben. „Wir haben ein gutes Datennetz, aber es muss besser werden,“ verlangt Bert- hold Barth. Für den geschäftsführen- den Gesellschafter der gleichnamigen Spedition aus Burladingen ist das Netz kaum weniger wichtig als gute Stra- ßenverbindungen. „In Zukunft geht es eher um eine Übertragungsgeschwin- digkeit von 100 oder 200 Megabit statt um 50“, sagt Barth, „deshalb muss von vorneherein Glasfaser verlegt werden, wenn Kommunen in der Erde bud- deln.“ Für das Logistikunternehmen mit seinen 700 Beschäftigten und ei- Glasfaserkabel“, so seine Forderung. „Der Bürgermeister und der Gemein- derat setzen sich vehement dafür ein“, doch wann die Bag- ger kommen, ist un- gewiss. Diese waren zwar schon einmal da – aber das war sehr unerfreulich. Ein wichtiges Ka- bel wurde bei Bauarbeiten in der Nähe zerrissen, das Unternehmen war zwei Tage ohne Telefon und Internetverbin- dung. Bleibt die Erkenntnis von Her- mann: „Heute heißt es ja nicht mehr, der Große frisst den Kleinen, sondern der Schnelle frisst den Langsamen.“ nem Umsatz von 70 Millionen Euro ist das Datennetz nicht nur wichtig, um etwa Aufträge entgegenzunehmen oder Rechnungen zu verschicken. „Jede Ware, an der wir arbeiten, kann über das Netz ver- folgt werden“, erklärt Barth, „so wissen wir und der Kunde immer, wo sie ist.“ Doch anders als beim Strom gibt es bei der Datenübertragung oft enge Grenzen. „Landkreisgrenzen sind Datengrenzen“, kritisiert Karl-Heinz Daikeler, IT-Chef der Spedition. Last- wagen können zwar ohne Probleme in den Nachbarkreis fahren. Doch die Daten müssen Umwege machen. Zum Problem wird dies dann, wenn der Weg, der über Hechingen in die Welt führt, blockiert ist – etwa, weil ein Kabel aufgerissen wurde: „Dann wird die Datenautobahn zur Sack- gasse“, sagt Daikeler. „Wir brauchen eine Zwei-Wege-Anbindung“, fordert Barth, „dann können wir über einen Weg raus mit den Daten, wenn über den anderen nichts geht.“ Die vielen mittelständischen Betriebe landauf- landab bräuchten ein schnelles Daten- netz „bis in das kleinste Dorf.“ Fast wichtiger als Straßen „Landkreisgrenzen sind Datengrenzen.“ Karl-Heinz Daikeler

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