Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

WNA Mai 2016

8 | Aktuelles www.wirtschaft-neckar-alb.de Die Bildungsreform der Landesre- gierung und schwindende Schü- lerzahlen haben in der Schul- landschaft vieles in Bewegung gebracht: Aber war es auch gut? Ein Report aus Sonnenbühl. Hauptschulen verlieren an Attrakti- vität, Werkrealschulen verschwinden, neue Gemeinschaftsschulen entstehen – mancherorts ist eine regelrechte Ket- tenreaktion in Gang gekommen. Auch das Verhalten von Eltern bei der Schul- wahl hat sich verändert. Besonders be- troffen von dieser Entwicklung ist der ländliche Raum. Das Fallbeispiel der Brühlschule in Genkingen zeigt jedoch, dass eine nachhaltige und verlässliche Bildungspolitik in den Kommunen möglich ist. Davon profitiert auch die lokale Wirtschaft. Bereits vor zwei Jahren sprach Schul- amtsdirektor Roland Hocker von einer „Sogwirkung“ der Pfullinger Wilhelm- Hauff-Realschule (WHR) insbeson- dere auf die Schüler aus den Nach- bargemeinden Eningen, Lichtenstein und Sonnenbühl. Die Begrenzung der Schülerzahl an der WHR zum neuen Schuljahr hat daher viele Eltern verun- sichert: Wer behält im Rennen um die begehrten Plätze die Nase vorn? „Es gab Befürchtungen, dass der Schulstandort Pfullingen total überrannt wird“, be- richtet der Sonnenbühler Bürgermeis- ter Uwe Morgenstern, „aber das ist zum Glück so nicht eingetreten.“ Um den mittleren Bildungsabschluss zu erreichen, müssen die Sonnenbühler Kinder künftig nicht mehr extra nach Pfullingen zur Schule gehen. Mit der Einführung der zehnten Klasse an der Brühlschule ist das nun auch in Gen- kingen möglich. Zwar ist der Traum von der Gemeinschaftsschule geplatzt – vorerst zumindest, gleichwohl sehen Bürgermeister Mor- genstern und Rekto- rin Susanne Merkh den Schulstandort gut aufgestellt. Für die fünfte Klasse wurden zum neuen Schuljahr 17 Kinder angemeldet. „Die kommen zum Großteil aus Sonnen- bühl, einige sind aus Pfullingen“, sagt die Schulleiterin. Überschaubar: Kleine Klassen Gerade in der überschaubaren Größe der Brühlschule mit derzeit 170 Schü- lern sieht Susanne Merkh einen Vorteil: „In kleinen Klassen lernen die Schüler unter optimalen Voraussetzungen und profitieren von der individuellen För- derung.“ Auch die Infrastruktur mit Mensa, Schwimmhalle und Sporthalle lässt keine Wünsche offen. An vier Ta- gen gibt es ein Ganztagesangebot, an drei Tagen selbst gekochtes Mittagessen für die Kinder. Zusätzliche Attraktivität soll ein neues Projekt in Zusammen- arbeit mit dem Kultusministerium zur Neugestaltung des Schulgeländes be- scheren. Großer Wert wird auf eine intensive Berufsorientierung gelegt. Dazu gibt es eine enge Kooperation mit zahlreichen Betrieben aus der näheren Umgebung. Bürgermeister Uwe Morgenstern berich- tet, dass insbesondere Firmen aus der Re- gion immer wieder für einen Erhalt des Schulstandortes plädieren. Der Sonnenbühler Bürger- meister weiß, „unsere Schulabgänger sind sehr gefragt bei den regionalen Betrieben.“ Stefan Schiller, Geschäftsführer der Schiller Automation in Genkingen, be- tont, „eine gute Schule am Ort ist für Handel, Handwerk und Industrie von großer Bedeutung. Mit dem Angebot, einen vollwertigen Realschulabschluss zu absolvieren, leistet die Brühlschule einen enorm wichtigen Beitrag für die schulische Ausbildung der erforderli- chen Nachwuchskräfte.“ Foto: Monkey Business - Fotolia.com Schule jenseits der Großstadt Gar nicht überrannt Kettenreaktion, Sog- wirkung und viele verunsicherte Eltern.

Übersicht