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WNA Mai 2016 - Aktuelles

www.wirtschaft-neckar-alb.de „Was wir derzeit beobachten, ist ein Vorgeschmack auf das, was zu kommen droht“, sagt Andrea Marongiu, Geschäftsführer des Verbands Spedition und Logistik Baden-Württemberg e.V. Auch wenn die Bundesregierung als Kon- sequenz sinkender Flüchtlingszah- len ankündigte, Grenzkontrollen herunterzufahren, sehen dies an- dere europäische Länder anders. Der Verbandschef warnt vor wirt- schaftlichen Einbußen, die zuerst die Spediteure und dann die Sender und Empfänger von Waren träfen. Vorsichtig gerechnet kostet den Spediteur eine Stunde Wartezeit rund 50 Euro. Bei rund 3 Millionen grenzüberschreitender Transporte pro Jahr allein in Deutschland kann hochgerechnet werden. „Grenzen dichtmachen ist zu kurz gedacht“, sagt Marongiu, „die ganze Wirtschaft müsste umdenken und auf deutlich teurere Lagerhaltung umstellen, da die Just-in-time- Lieferung nicht mehr möglich ist.“ Dahingestellt sei, so Marongiu, ob eine Erhöhung der Lagerbestände Terrorgefahr, Grenzkontrollen und Flüchtlingskrise: Der problemlose Personen- und Warenverkehr ist in unruhigen Zeiten gefährdet. Spe- diteure und Omnibusunternehmen berichten über Störungen auf den Straßen Europas. überhaupt zu bewerkstelligen sei, nachdem der Trend jahrelang ein anderer war. Nach einer Einschät- zung des DIHK könnte sich der Schaden für die gesamte deutsche Wirtschaft schnell auf 10 Milliarden Euro summieren. „Keine Schnell- schüsse“, fordert der Experte, „sind die Grenzen erst einmal zu, geht lange Zeit nichts.“ Unfreiwillig Schleuser Nicht nur Warteschlangen an Gren- zen, sondern auch Probleme an der Fähr- und Tunnelverbindung zwischen Calais und Dover sind Thema im Zuge der Flüchtlings- krise. Dort versuchen sich Mig- ranten illegal Zutritt in Lastwagen zu verschaffen und so nach Groß- britannien einzureisen. Die Fahrer werden unfreiwillig zu Schleusern, denen nach britischem Recht hohe Strafen drohen. „Je nach der An- zahl der illegalen Migranten kann das sogar eine Freiheitsstrafe sein“, berichtet Marongiu, dem Fälle aus der Region bekannt sind. So wie bei der Internationalen Spedition Willi Betz, Reutlingen. „Bis vor kurzem gab es massive Beeinträchtigungen in Richtung Großbritannien“, be- richtet Werner Kaiser, im Bereich Netzwerk- und Ressourcenplanung tätig, „seitdem das Militär einge- setzt wird, hat sich die Lage aber entspannt. Vier bis fünf Stunden Wartezeit verkraften die meisten Fahrpläne bei unseren täglichen Linien nach England, längere War- tezeiten werden dann richtig teuer. Der Umstand, dass sich Menschen auf der Flucht in Lastwagen verste- cken, ist nicht neu. Auf dem Land- weg von Griechenland kann dies seit Jahren schon beobachtet werden. „Wir können uns kaum davor schüt- zen“, so Kaiser, „Migranten werfen Gegenstände auf die Fahrbahn, dass LKWs nur noch Schritttempo fah- ren können oder sie nutzen Staus, um die LKW-Planen zu zerschlit- zen und in den Laderaum zu kom- men. Das muss der Fahrer nicht bemerken.“ Oft wird dabei Ladung zerstört oder geht abhanden, der LKW muss vor der Weiterfahrt re- pariert werden. Dabei kann schnell ein Tag vergehen. „Wir haben die Grenzkontrollen und die Folgen „Keine Schnellschüsse“ Foto: DarthArt-istockphoto.com

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