Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

WNA Mai 2016

Wirtschaft Neckar-Alb | Mai 2016 27 Titelthema | Schon die erste Idee war ungewöhn- lich: Kristin Maier-Müller wollte stu- dieren, was sonst Männer tun: Elek- trotechnik. Auf diese Idee kam sie, weil sie noch eine ganz andere hatte: Den 1934 gegründeten Betrieb des Vaters zu übernehmen, in dritter Ge- neration. Der Vater war anfangs eher skeptisch: „Überleg` dir das, Kind, das ist ein Männerberuf.“ Doch weil sie diesen unbedingt wollte, genüg- te ihr Studium zur Diplom-Kauffrau Das Jahr 1990 wird für Sabine Dörr immer ein besonderes Jahr bleiben: Zusammen mit ihrem Kollegen Mi- chael Gruber startete sie mit vier Be- schäftigten nach einem Management Buy out durch. Nach dem Studium an der Berufsakademie und verschie- denen beruflichen Stationen war eine Idee Wirklichkeit geworden: Die Idee von der Selbstständigkeit. Heute lei- ten Dörr und Gruber als geschäfts- führende Gesellschafter Tisoware, ein Unternehmen mit 152 Mitarbeitern und einem Umsatz von 13 Millionen Euro. „Zu unseren Kunden gehören mittelständische Unternehmen mit 50 bis zu einigen tausend Beschäftigten“, sagt Dörr. Der eigene Umsatz stieg in den vergangenen Jahren ebenso wie zwei bis drei Stunden bei den Kunden sein“, sagt Dörr. Dabei blickt sie auch über die Grenze: Im Juni wird der ers- te Jahrestag der österreichischen Toch- tergesellschaft gefeiert, geprüft wird die Eröffnung einer ersten Niederlas- sung in der Schweiz. Die Idee für die Zukunft des Unternehmens heißt für die geschäftsführende Gesellschafterin denn auch „global auftreten, regional beraten.“ Männerdomänen erobern Selbstständig mit Software Sabine Dörr, seit 1990 selbstständig und erfolgreich mit der Tisoware Gesellschaft für Zeitwirtschaft. allein nicht: An der Fachhochschule Esslingen studierte sie zusätzlich noch Elektrotechnik, „als einziges Mädchen im Semester.“ Heute ist Maier-Müller Chefin von G. Maier Elektrotechnik, eines Unternehmens mit 30 Mitar- beitern und einem Umsatz von 5,2 Millionen Euro. „Wo kann ich besser eine Idee verwirklichen als in der ei- genen Firma“, meint sie. Das Reutlin- ger Unternehmen hat zwei Geschäfts- bereiche: Die Antriebstechnik und die Elektrowärme. „Wir machen aus Strom Wärme“, erklärt Maier-Müller. Für den „Maier WT 4.0“ gab es Unter- stützung durch Innovationsgutschei- ne vom baden-württembergischen Wirtschaftsministerium. In der An- lage, einer Art Industrieofen, werden Komponenten für die Autoindustrie erwärmt, abgekühlt und ausgeblasen. Und über die eigene Software ist eine Fernwartung möglich. Die Firmen- chefin zeigt aber auch noch ein ande- res Produkt. Dieses ähnelt einem klei- nen Koffer mit Hohlraum – in diesen kann ein Werkstück eingelegt und er- hitzt werden. „Das Prinzip ist wie bei einem Waffeleisen“, sagt Maier-Müller. „Warum soll man einen ganzen Ofen heizen, wenn man nur ein Brötchen aufbacken will?“ Und ihre neueste Idee? Seit Anfang April ist Maier-Mül- ler Mitglied des Vorstands der Reut- linger Elektroinnung – als erste Frau in der Geschichte der Innung. die Zahl der Beschäftigten. Gelungen ist die Expansion mit Lösungen für die Zeiterfassung, den Personalein- satz aber auch mit Software für die Erfassung von Betriebs- und Maschi- nendaten sowie Systeme für die Zu- trittssicherung von Gebäuden. Davon, dass Daten immer wichtiger werden, ist Dörr überzeugt – besonders, wenn auch noch Industrie 4.0 mit ins Spiel kommt. „Unsere Mitarbeiter sollen in

Übersicht