Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

WNA Mai 2016

Zwei Transportunternehmen aus Reutlingen und Pfullingen, beide in Frauenhand. Die einen liefern schwere Maschinen aus, die anderen kutschieren Menschen. Fest entschlossen, souverän und vorausschauend. Die Klischees über Frauen am Steu- er sind unzählbar. Und es gibt wohl kaum einen Spruch, den Ines und Katja Hahn oder Ulrike und Miriam Schmid nicht schon gehört hätten. Daran gezweifelt, sich in der Männer- domäne Automobilbranche durchzu- setzen, haben sie allerdings so gut wie nie. Alle haben Benzin im Blut. Was sicher mit der tiefen Verwurzelung im jeweiligen Familienbetrieb erklärbar ist, vor allem aber mit dem Bewusst- sein, dass Frau sich was trauen muss. Die Geschwister Hahn, die das gleich- namige Reisebusunternehmen führen, haben sich getraut. Ines kommt 2000 als gelernte Reiseverkehrskauffrau, Katja 2005 als Kfz-Technikermeisterin von Mercedes-Benz. Nicht als Quer- einsteiger, sondern ganz bewusste Ein- steiger. Seit vier Jahren bilden sie nun die geschäftliche Doppelspitze. Die eine koordiniert die Außendarstel- lung, den Vertrieb von Kreuzfahrten und Reisen aller Art sowie Busreisen für Gruppen mit dem eigenen Fuhr- park, die andere die KFZ-Werkstatt und Fahrtüchtigkeit der Busse. „Na- türlich treffen wir gemeinsam Ent- scheidungen, aber eben keine fachspe- zifischen“, sagt Ines Hahn. Die Kom- munikation untereinander sei direkt und einfach und zugleich Vorgabe für das Betriebsklima. Hahn-Reisen be- schäftigt insgesamt 14 Mitarbeiter, das Geschäft läuft fast rund um die Uhr, von 4 Uhr bis 0.30 Uhr. Man deckt Bereiche wie Kreuzfahrten als AIDA- Top-Partner ab oder den Bodensee- Regionalverkehr, betreut ganzjährig Zweitliga-Sportvereine oder fährt für Firmen, Schulen und Privatkunden. Beide Geschäftsführerinnen haben ihren Busführerschein. „Was unsere Mitarbeiter können, müssen wir auch draufhaben“, meint Ines Hahn. So ver- stünden sie auch, was von den Fahrern alles verlangt werde. Und für die Kun- denbindung ist es freilich auch nicht schlecht, wenn die Chefin selbst am Steuer sitzt. Dass manchmal einer große Augen macht oder Sprüche klopft, wenn sie vorfahren, bleibe nicht aus, sagt Ines Hahn: „Wir sehen das ganz gelassen, weil wir unser Hand- werk verstehen. Aber, wenn nötig, set- zen wir schon unsere Ellenbogen ein.“ Nah dran sein am Geschehen, ist das Ziel der beiden Unternehmerinnen. Aber nicht um jeden Preis: Zwar be- hauptet man sich bestens auf dem „Was unsere Mitarbeiter können, müssen wir auch draufhaben.“ Ines Hahn Frauen mit PS Queens of the road www.wirtschaft-neckar-alb.de

Übersicht