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WNA Mai 2016

12 www.wirtschaft-neckar-alb.de | Aktuelles Wir arrangieren und sichern Finanzierungen. Unsere Leistungen und Referenzen unter www.dukap.de Flüchtlinge und Qualifikation Wer kann was? Welche Qualifikationen und Kennt- nisse bringen eigentlich Flücht- linge mit? Die öffentliche Wahr- nehmung schwankt zwischen Analphabetismus und dem syri- schen Arzt. Eine Faktensuche. Dies vorweg: Was Flüchtlinge wirklich können, weiß derzeit niemand so rich- tig. Ein Grund: Eine Qualifikation aus Syrien, Iran oder Eritrea ist ohnehin mit hiesigen Abschlüssen und Titeln nicht vergleichbar. Eine duale Ausbil- dung, wie wir sie in Deutschland ken- nen, gibt es anderen Ländern schlicht- weg nicht. Dazu kommt: Wo Krieg und Elend herrschen, bleibt auch Bil- dung auf der Strecke. Formal: Nicht qualifiziert Einen Anhalt gibt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Es kommt zu dem Ergebnis, dass rund 13 Prozent der Flüchtlinge wohl als „nicht qualifiziert“ einzustufen sind, wenn man die Schul- und formale Be- rufsbildung zugrunde legt. Die Beto- nung liegt hier natürlich auf „formal“. Erfahrungen werden nicht berück- sichtigt. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat eine weitergehende Un- tersuchung vorlegt. Sie zeigt, dass es offensichtlich schulische Defizite gibt. Eine Auswertung von anerkannten Flüchtlingen, die zwischen 2008 und 2012 nach Deutschland kamen, zeigt: Fast 25 Prozent der Flüchtlinge aus Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran oder Syrien haben keine Schule besucht oder zumindest weniger als fünf Jahre. Übersetzt man dies in deutsche Ar- beitsmarktrealitäten, wird klar: Dieser Teil der Flüchtlinge wird es mutmaß- lich schwer haben. Und doch gibt es auch Daten, die hof- fungsvoll klingen: In der schon zitier- ten Studie des BAMF gibt es etwa zehn Prozent der Flüchtlinge, die als „hoch qualifiziert“ gelten. Das sieht auch das Institut der deutschen Wirtschaft so. In einer neuen Analyse zeigen die For- scher, dass gerade syrische Flüchtlinge in Gesundheits- und Pflegeberufen Fuß fassen können, weil sie die ent- sprechenden Qualifikationen mitbrin- gen. Oder wie es der Autor der Studie umschrieb: der syrische Arzt ist nicht nur ein Klischee, es gibt ihn auch. Uni sagt: Hohes Niveau Fast schon euphorisch äußerte sich die Universität Tübingen. Die Abtei- lung, die sich um die Zulassung aus- ländischer Studierender kümmert, führt derzeit regelmäßig Interviews mit Flüchtlingen in der Umgebung durch. Der Eindruck ist sehr positiv: In den drei Landkreisen um Tübingen herum gebe es 3.500 junge Geflüchte- te, die über ein hohes bis sehr hohes Bildungsniveau verfügen. Die Hälf- te habe entweder eine akademische Qualifikation oder eine Hochschulzu- gangsberechtigung. Derzeit sind nach Uni-Angaben 28 registrierte Flücht- linge aus Syrien, Ägypten und dem Irak als Gasthörer eingeschrieben. Anzeige ___ Foto: route55 - Fotolia.com

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