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WNA Juni 2015

Wirtschaft Neckar-Alb | Juni 2015 7Aktuelles | Streik Teure Sache! In Deutschland arbeiten knapp neun Prozent der 65- bis 74-Jährigen. Da- mit sind hierzulande mehr Ältere er- werbstätig als im EU-Schnitt. Das hat das Institut der deutschen Wirtschaft ermittelt. Europäische Spitze sind Großbritannien und Schweden. Dort halten Senioren dem Arbeitsmarkt mit jeweils 15 Prozent besonders lange die Treue. Verschiedene Faktoren sind ins- gesamt maßgeblich. Zum Beispiel das Geschlecht: Vor allem ältere Männer sind erwerbstätig. Auch der Wohnort ist wichtig: In Baden-Württemberg waren fast elf Prozent im Rentenalter erwerbstätig, in Mecklenburg-Vor- pommern lediglich 3,6 Prozent. Gerne überprüft: die Gastronomie Hohe Fluktuation, viele Minijobber, Stoßzeiten – besonders für Restaurants und Hotels ist die Handhabung des neuen Mindestlohns schwierig. „Nicht die Höhe ist für viele ein Problem, son- dern die Dokumentation der geleis- teten Stunden“, sagt Fritz Engelhardt, Pfullinger Hotelier und Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands Deho- ga in Baden-Württemberg. Die Pflicht zur Arbeitszeit-Aufzeichnung ist für so genannte Schwarzarbeitsbranchen, zu denen auch die Gastronomie gezählt wird, besonders streng. Die Forderung des Dehoga nach Gleichbehandlung kommt also nicht von ungefähr. Umfrage bestätigt ersten Eindruck Dass viele Gastronomiebetriebe den Mindestlohn als Problem sehen, zeigte jüngst eine Umfrage des Dehoga, an der sich knapp 2.000 Mitgliedsbetrie- be beteiligten. 92 Prozent der Betriebe beklagen eine bürokratische Mehrbe- lastung durch die neue Dokumentation der Arbeitszeit, 85 Prozent berichten von steigenden Personalkosten, 70 Pro- zent von geringeren Erträgen. Knapp ein Drittel hat bereits an Personal redu- ziert und ebenfalls ein Drittel sieht mit- telfristig sogar die Existenz des eigenen Betriebes gefährdet. Friedliche Mission – noch Während Unternehmen, Verbände und IHKs derzeit nach wie vor um An- passungen des Mindestlohngesetzes kämpfen, sind die Kontrolleure noch in friedlicher Mission unterwegs. Aber das wird sich ändern. „Wenn wir einen Betrieb zum zweiten Mal besuchen, können wir erwarten, dass die Nach- weise ordentlich geführt werden“, sagt Hagen Kohlmann. „Mit der Zeit kommt die Strenge.“ Hagen Kohlmann Streik kostet Geld. Die Kosten der Pilotenstreiks bei Lufthansa und den Tochterfirmen werden von der Unter- nehmensspitze laut Medienberichten auf 100 Millionen Euro beziffert. Mit eingerechnet sind bereits Buchungs- ausfälle für das komplette zweite Quar- tal. Auf 100 Millionen Euro kommt auch die Deutsche Bahn. Mit jedem zusätzlichen Streiktag werde sich die Zahl von zehn Millionen Euro pro Tag aber weiter erhöhen, heißt es beim Unternehmen. Nicht eingerechnet sind bei beiden Firmen übrigens die Kosten der Kunden, die umsteigen, im Stau stehen oder für den Gütertrans- port Lkws buchen mussten. Fehlen noch die Kitas. Hier gibt es weit und breit keine 100 Millionen. Vielmehr wird über die Frage diskutiert, ob Be- treuungskosten anteilig erstattet wer- den. Die Juristen machen allerdings kaum Hoffnungen. Das gilt wohl auch für die Kosten der Ersatzbetreuung. Dr. Wolfgang Epp, Hauptgeschäftsführer der IHK Reutlingen Das Gemeinwohl im Blick 3.154 Unternehmerinnen und Unter- nehmer haben bei der IHK-Wahl von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht und aus den 67 Kandidatinnen und Kandidaten die Vollversammlung für die nächsten fünf Jahre bestimmt. Al- len gebührt Dank: Den Wählern und den Kandidaten, die sich für die Selbst- verwaltung der Wirtschaft einsetzen. 13 sind neu gewählt. Gemeinsam mit den 33 Wiedergewählten gilt es, sich schnell in das komplexe Gebilde einer IHK einzuarbeiten. Wie die Wirtschaft insgesamt, hat auch die IHK einen ra- santen Wandel hinter sich gebracht und ist heute mehr denn je Berater der heimischen Unternehmen und als Ver- mittler zwischen Firmen und Politik ge- fragter Partner der Mitglieder. An Herausforderungen für die kom- menden Jahre mangelt es nicht. Die neue Vollversammlung ist bei Fachkräf- tesicherung, Digitalisierung und Inter- nationalisierung der Firmen sowie der Unterstützung von Gründern gefordert. Es geht um Weichenstellungen für die IHK und die gesamte regionale Wirt- schaft. Da ist es eminent wichtig, dass es engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer gibt, die sich der Verant- wortung stellen. Sie zu übernehmen heißt dabei auch, Einzelinteressen zu- rückzustellen und das Gemeinwohl zu sehen. Senioren arbeiten Altes Eisen?

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