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WNA Juni 2015

Wirtschaft Neckar-Alb | Juni 2015 15Aktuelles | KULTUR-STENO +++ Freiluft: Hiss – 18. Juni – Sudhaus Waldbühne Tübingen +++ Freiluft: „Don Camillo und Peppone“ – ab 20. Juni – Naturtheater Reutlingen +++ Freiluft: Volxtanz – 20. Juni – Gewerbepark Schirm Kirchentellinsfurt +++ Freiluft: „Glückskind Felix“ – ab 20. Juni – Naturtheater Hayingen +++ Freiluft: Bob Dylan – 21. Juni – Sparkas- sencarré Tübingen +++ Kleinkunst: Poliakoffs Eventkapelle 2 „Wieder dahoim“ – ab 22. Juni – Lindenhoftheater Melchingen +++ Musik: „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ – 25. November – Stadthalle Reutlingen +++ Musik: Burning Hell (CAN) – 29. Juni – Kino Löwen Tübingen +++ Immer positiv bleiben. In Chancen denken. Sich Ziele stecken: Kleine Veränderungen bewirken große Veränderungen. Tschaka! Und für das, was einen runterzieht, gibt’s den Kotzbeutel. Dem man stellvertretend alles sagen darf. So hat Therapeutin Tori ihre Gruppe an Körperbehinderten samt Angehörigen im Griff. Ein schwerer Brocken scheint dagegen das potenzielle Neumitglied zu sein: Geirr ist alles andere als gut drauf. Dass er halbseitig gelähmt ist, sich nicht mehr als Mann fühlt, kotzt ihn regelrecht an. Den Verlust der Lust kompensiert er mit Vietnamfilmen, Joints und Johnny Cash. Ein Misanthrop wider Willen. Als die Therapeutin mit ihrer gutgelaunten Schar sein Haus betritt, trifft Öl auf Feuer. Und die Gruppe entwickelt plötzlich ihre ganz eigene Dyna- mik. Ätzend. Bitterbös ehrlich. Macht kaputt, was euch kaputt macht. Der norwegische Film „Die Kunst des negativen Denkens“ sorgte 2007 international für Furore. Nicht zuletzt, weil er genüsslich jede Illusion torpediert. Bis auf den Wunsch nach freier Ent- scheidung. Keine Anleitung zum Unglücklichsein. Sondern pathosfreie Zone. Das LTT zeigt nun die Bühnenfassung. Premiere ist am 6. Juni. Eine Fotografie ändert die Welt nicht, aber bildet sie ab. Der Weilheimer Fotokünstler Chris- toph von Haussen leuchtet sie künstlich aus. Und verschiebt die Realität, indem er etwas zeigt, was man so eigentlich nicht sehen kann. Was wie ein zufällig entdeckter Moment wirkt, ist bare Inszenierung: menschenleere Schrottplätze, Bra- chen, Abrisshäuser, Teiche, Wald und Wiesen – die Motive sind sorgsam ausgekund- schaftet und mit stunden- langen Langzeitbelichtungen in Szene gesetzt (meistens mit Fotograf Rolf Linnemann, nebst Choreographie und einem ganzen Beleuchtungsteam). Ba- nale, seltsam idyllische Orte, auch hart am Kitsch: Aber sie brennen kühl aus ihrer Umgebung heraus. „Magic places“ nennt von Haussen das konse- quent. Aufgenommen wird ausschließlich auf der Schwäbischen Alb, bei Nacht, zu allen Jahreszeiten. Für die aktuelle Ausstellung „WaldReich“ im Biosphärenzent- rum Münsingen (bis 14. Septem- ber) ist er noch einige Schritte tiefer in die Hinterhöfe und ins Gehölz, das uns umgibt, gegangen. Foto- Synthese mal anders: Die Alb, die Natur sah wohl kaum je geheimnis- voller, skurriler und, ja, schicker aus. Anti-Drama Zum Kotzen. Wald-Reich Er leuchtet  Foto:TracyKing-Fotolia.com Foto:PR

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